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Ratgeber Diabetes

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Diabetes
Diagnose von Diabetes

Zur Diagnose von Diabetes wird in der Regel eine Kontrolle des Blutzuckers vorgenommen. Dabei entnimmt der Arzt einen Tropfen Blut aus dem Finger des Patienten und bestimmt den Blutzuckerwert. Sind die Ergebnisse nicht eindeutig, schließt sich meist der orale Glukosetoleranztest an. Dabei wird der Wert einmal nüchtern und einmal zwei Stunden später, nach dem Trinken eines mit Glukose versetzten Glases Wasser gemessen. Durch einen Urintest lässt sich die Glukosekonzentration im Urin mittels spezieller Teststreifen feststellen. Auch im Urin vorkommende Ketonkörper können einen Hinweis auf Diabetes liefern. Der Salzgehalt des Urins kann Aufschluss über einen möglichen Diabetes insipidus oder Diabetes salinus renalis geben.

Diagnose von Diabetes

Besteht ein Verdacht auf Diabetes mellitus, so wird der Arzt zur Diagnose die Blutzuckerwerte des Patienten bestimmen. Weitere Hinweise auf die Krankheit kann eine Analyse der Zuckerkonzentration im Urin geben, die jedoch auch bei einem renalen Diabetes erhöht wäre. Dieser grenzt sich aber durch unveränderte Blutzuckerwerte vom Diabetes mellitus ab. Auch bei den anderen beiden Diabetesformen, dem Diabetes salinus renalis und dem Diabetes insipidus, kann die Diagnose anhand von Urinanalysen erfolgen.

Bestimmung des Blutzuckers zur Diagnose von Diabetes

Bei gesunden Menschen liegt der Blutzuckerwert bei ca. 6,1 mmol/l (110 mg/dl) im Blutserum bzw. 7 mmol/l (126 mg/dl) im Blutplasma. Werden Mahlzeiten eingenommen, steigt der Wert des Blutserums auf etwa 7,8 mmol/l (140 mg/dl) an. Für einen Diabetes mellitus kennzeichnend sind:

  • klassische Symptome eines Diabetes wie z. B. vermehrter Durst und Harndrang, Müdigkeit oder Gewichtsverlust und ein Gelegenheits-Blutzuckerwert von über 11,1 mmol/l (200 mg/dl)
  • wiederholte Bestimmungen des Gelegenheits-Blutzuckerwertes von über 11,1 mmol/l (200 mg/dl)
  • ein erhöhter Nüchtern-Blutzuckerwert von über 6,1 mmol/l (110 mg/dl) im Blutserum oder 7 mmol/l (126 mg/dl) im Blutplasma
  • ein Zwei-Stunden-Wert von über 11,1 mmol/l (200 mg/dl) im oralen Glukosetoleranztest (oGTT)

Beim oralen Glukosetoleranztest wird dem Patienten zunächst nüchtern Blut abgenommen, um den Nüchtern-Blutzuckerwert zu bestimmen. Dann nimmt der Patient 75 g Glukose gelöst in 200 bis 300 ml Wasser zu sich, indem er langsam und innerhalb von fünf Minuten trinkt. Nach zwei Stunden wird erneut Blut abgenommen und der Blutzuckerwert bestimmt.

Urinanalysen

Physiologisch ist eine Glukoseausscheidung von weniger als 150 mg pro Tag. Ist eine Person reinerbig (homozygot) für den Gendefekt, der einen renalen Diabetes hervorruft, sprich die Person hat auf beiden Chromosomen an der entsprechenden Stelle eine Mutation, so werden ca. 50 g Glukose pro Tag ausgeschieden. Normalwerte der Glukosekonzentration im Urin liegen unter 10 mmol/l (180 mg/dl), bei Schwangeren ist dieser Wert etwas erniedrigt.

Der Nachweis einer erhöhten Glukosekonzentration im Harn erfolgt mit speziellen Glukose-Teststreifen. Einen Hinweis auf Diabetes mellitus können zudem Ketonkörper im Urin liefern, die ebenfalls über einen Teststreifen im Urin erfasst werden können (Ketonurie). Ketonkörper entstehen, wenn die Zellen aufgrund des Insulinmangels keinen Zucker verwerten können.

Der ausgeschiedene Urin einer an Diabetes insipidus erkrankten Person ist i. d. R. salzarm, der einer an Diabetes salinus renalis erkrankten Person hingegen salzhaltig. Um dies genauer zu bestimmen, kann die Osmolalität des Urins gemessen werden. Liegt diese unter 300 mosmol/l und ist das spezifische Gewicht des Urins herabgesetzt, so sind dies Hinweise für einen Diabetes insipidus. Bei einem Verdacht auf einen Diabetes insipidus kann für die Diagnose zusätzlich eine Bestimmung der ADH-Konzentration im Serum des Patienten, also anhand einer Blutprobe, durchgeführt werden.

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Lydia Köper

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Die Ursachen für die Entstehung von Diabetes sind je nach Form des Diabetes verschieden. Beim Diabetes Typ 1 wendet sich das Immunsystem gegen die Betazellen der Bauchspeicheldrüse, die für die Insulinproduktion verantwortlich sind. Es kommt zum Insulinmangel. Der Typ-2-Diabetes entsteht meist durch zu wenig Bewegung und eine ungesunde Ernährungsweise. Die Ursache für Schwangerschaftsdiabetes liegt zum einen in einer erhöhten Ausschüttung bestimmter Hormone als auch einer verstärkten Insulinresistenz. Zum Diabetes insipidus kommt es durch eine gestörte Wirkung des antidiuretischen Hormons. Man unterscheidet vier Formen des Diabetes insipidus. Der renale Diabetes ist angeboren und die Folge einer Genveränderung.

Beim Diabetes insipidus spielt das antidiuretische Hormon (ADH) eine große Rolle. Die ADH-Produktion ist beim Diabetes insipidus centralis vermindert oder fehlt vollständig. Die Ursache dafür sind meist Tumore in einem Teil des Zwischenhirns, dem Hypothalamus oder Schädigungen einer Hormondrüse, der Hypophyse. Beim Diabetes insipidus renalis wird ADH noch produziert, es kann jedoch seine Wirkung in den Nieren nicht entfalten. Gründe dafür können Medikamente sein, die Einfluss auf die Wirkung des ADH haben oder chronische Nierenerkrankungen. In seltenen Fällen liegt dem Diabetes insipidus renalis ein Gendefekt zugrunde. Der Diabetes insipidus geht mit deutlich verstärktem Durst und Harndrang einher.

Therapie Diabetes

Die Therapie von Diabetes richtet sich nach der Form des Diabetes. Bei Typ-1-Diabetes muss der absolute Insulinmangel durch die Zufuhr von Insulin von außen ausgeglichen werden. Dies kann mithilfe von Spritzen, einem Insulinpen oder einer Insulinpumpe erfolgen. Bei der Therapie von Diabetes Typ 2 spielt der Lebensstilwandel eine große Rolle. Durch eine ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung können die Werte häufig normalisiert werden. Genügt dieser Lebenswandel nicht, wird der Arzt Tabletten zur Regulierung des Blutzuckerspiegels verschreiben. Ein Schwangerschaftsdiabetes muss unbedingt behandelt werden, da er sonst negative Auswirkungen auf das Ungeborene haben kann. Hier ist eine Ernährungsumstellung der erste Schritt.